Pink

Leute misten aus und stellen alles, was sie nicht mehr brauchen, vor die Türe, wenn die Stadtwerke im Viertel wieder einmal den Sperrmüll einsammeln. So muss das früher gewesene sein, doch mittlerweile scheint es solche offiziellen Sammeltage nicht mehr zu geben. Entweder man meldet seinen Sperrmüll individuell an, oder man stellt teilweise das alte Kellerregal oder einen alten Tisch einfach vor die Türe, einen Zettel mit „zu verschenken“ oben drauf und wartet, bis das Ding von Irgendwem abgeholt wird. Der Münchner Sperrmüll ist dabei  immer wieder eine Überraschung wert, wie ich auch schon hier und hier bemerkt habe. Nun ging ich letzte Woche an einem Altglascontainer vorbei und sah plötzlich, dass darauf etwas Rosanes stand. Einen Griff, einen Blick auf den Aufkleber des (recht schweren) Trinkglases und wenige Mausklicks später fand ich heraus, dass es sich dabei um die schwedische Marke KOSTA BODA handelt.
Von der schwedischen Künstlerin Ulrica Hydman-Vallien 2004 designed, gilt dieses trotz in Serie produzierte Kunstglas „Mine“ wie sämtliche andere ihrer Werke auch, als mundgeblasenes Unikat und gibt somit jedem Besitzer ihrer Stücke das Gefühl. ein einzigartiges Kunstwerk zu besitzen. Die Stig Lindberg Schülerin Hydman-Vallien ist dabei besonders für ihre farbenprächtigen Glas- und Malerei-Werke bekannt und durfte sogar schon die Luftflotte der British Airways mit gestalten.
Kunstglas bildet einen wichtigen Anteil im schwedischen Design. Mit ihrer Ausstellung Living with Kosta Boda richtete das Unternehmen seine Produktion verstärkt auf „Alltagsluxus ohne Glamour“ aus und schwimmt somit im Zeitgeist des bodenständigeren Luxus mit. In farblich passender Gesellschaft mit einer Schale der Telecom (!) bilden beide zusammen ein wie ich finde nettes Ensemble. Pink ist und bleibt dabei eine Ausnahme in meinem Haushalt. Aber der Gedanke daran, dass das Glas, das ja doch einen Wert (online für fast 20€ zu haben) und eine Geschichte hat, kurz vor dem Scherbenhaufen gestanden hat und ich es retten konnte, macht es für mich persönlich zu etwas ganz besonderem.
I am not a garbage diver but someone threw away this pink glas resp. put it on the street where it caught my eye and I had to take it home with me. The label says Kosta Boda and after little online research I found out that its swedish designer is Ulrica Hydman-Vallien who is well-known for her glass and painting work. Even though this is a serial produced glas it’s unique due to the fact that it’s mouth-blown, hence each peace is individual. I’ve arranged it with a pink plate from telecom (yes, they once must have produced for their own interior), although pink does definately not count as one of my favourite interior colours. Nevertheless the fact that someone had dared throwing away such beauty with own history (for which you have to pay around 20 bugs online) makes me quite proud that I have saved it from being smashed.
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Interior, Kunst und Krempel abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Pink

  1. Pingback: Oops I did it again! | trollslott

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s