Bücherwürmer

Ich liebe Lesen seit ich denken kann (und wahrscheinlich denke ich deshalb so, wie ich denke, weil ich immer Lesefutter benötige). Jawohl, Bücherwurm und stolz darauf. Um so blöder ist es, wenn man vor lauter Pflichtliteratur nicht zu den guten Schmökern kommt und das schlechte Gewissen einen nach einem langen, nüchternen Lesemarathon abends packt, kurz bevor einem die Augen müde zu klappen.

Einziger Trost: wenn ich einmal groß (und wahrscheinlich auch alt bin), werde ich mein eigenes, kleines Bibliotheks-Zimmer besitzen und all die imaginären Traumschlösser in Papierform um mich herum scharen! Ganz wichtig hierbei: nach Verlagen geordnet! Nerdiger Spleen-Faktor und glücklich dabei.

Wenn ich also schon im Moment nicht zum Lesen komme, hier nun wenigstens eine beliebige Auflistung an persönlicher Highlights, Enttäuschungen und Wünsche:

Die lesenswertesten Bücher der ‚letzten‘ Zeit (keine all-time-fav-Liste):

  • Haruki Murakami – Gefährliche Geliebte (jetzt versteh ich warum Murakami so gehyped wird; kompakte, fließende Erzählung einer unkitschig aber mysteriösen Liebesgeschichte aus Japan, gewürzt mit Zigarren, Jazz und Midlifecrisis)
  • Gabriel García Márquez – Hundert Jahre Einsamkeit (dicker Nobel-Preis-Schinken, aber dieser magische Realismus und die Verflechtungen dieser Familiengeschichte à la Buddenbrocks ist mit Ausnahme von den verwirrenden Namensgebungen sehr fesselnd)
  • Walter Kempowski – Das Echolot (neben Grass DER deutsche Autor des 20. Jh. mit einer trockenen Chronik, die genau so sein muss, weil sie einfach gewaltig und bedeutend für dieses Land ist)
  • Charles Bukowski – Fuckmaschine (knackige Kurzgeschichtensammlung mit einem Bukowski wie man ihn kennt – „das war der beste Fick meines Lebens“ auf jeder 5. Seite)
  • David Nicholls – One Day (trotz schwachem Ende ein Buch über die Un-/Fehlbarkeit der Liebe, bitte im Original lesen; die Verfilmung muss allerdings wie so oft gräßlich sein, wenn man den bescheuerten Trailer anschaut)
  • Nick Horby – High Fidelity (Popliteratur-Klassiker verpackt als Liebesgeschichte; wurde quasi für mich geschrieben, nur hat mir keiner Bescheid gesagt, auch hier bitte im Original lesen)

Staubfänger und enttäuschende Buchstabenverschwender (seltenst):

  • Thomas Mann – Herr und Hund (es geht tatsächlich um nichts anderes als Herrchens Liebling und dessen tierische Marotten)
  • Henry Miller – Big Sur (Landschaftsbeschreibungen, Einöde, Einfallslosigkeit, gähn, also das kann der doch normalerweise besser)

Bücher, die noch in der Warteschleife stehen (ausbaufähig):

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