wer will noch mal, wer hat noch nicht (genug)?

Jetzt also doch nicht. München wird 2018 keine olympischen Spiele austragen dürfen. Was wurde nicht kostspielig geworben und präsentiert. Da hatte man sich so auf Tradition und Nachhaltigkeit berufen und dann gewinnt diese asiatische Konsortenstadt im Wasweißichwo. Kati Witt weint, OB Ude ist sauer. Dabei ist er aber ein schlechter Verlierer, wenn er jetzt Beschwerde beim IOC einlegen will. Denn der sonst so bürgernahe Lieblingsherrscher der Münchner scheint vor lauter Werben das Gespür für seine Schäfchen verloren zu haben. Selbst in den eigenen Reihen und insbesondere beim grünen Koalitionspartner herrschte von Anfang an Kritik, ganz zu schweigen von der Münchner und insbesondere der Garmischer Bevölkerung.

Denn sind wir mal ehrlich, uns geht es gut hier unten. Sicher ist Oberbayern nicht DAS Skimekka, aber muss es das sein? Müssen wirklich so viele Bauern umgesiedelt werden, naturbelassene Landschaften für Pisten mit solch geringer Halbwertszeit zerstört werden? Umweltfreundliche Konzepte, dass ich nicht lache! Es gibt bereits genügend Skipisten, noch mehr wäre einfach nur ein Millionengrab. Und apropos Millionen, wieso steckt man dieses riesen Batzen Geld nicht lieber in richtige Nachhaltigkeit? Oder Bildung? Und hallo Münchner Immobilienmarkt, Gentrifizierung…es gäbe so viel besseres und wichtigeres als Imagepflege.

Traurig stimmt nur eben genau diese, wenn man sie so nennen kann, Volksblindheit. Eine neuartige Form des Politik-Machens, bei der die Schere zwischen denen da oben und dem Rest da unten viel zu gefährlich aufklafft. Politik entfremdet sich zunehmends von ihrem Fundament, den Bürgern. Gleichzeitig wundert sie sich aber auch über schlechte Wahlbeteiligung und Politikverdrossenheit. Wieviel Stuttgart 21, spanische und arabische Proteste, wieviel Demonstrationen sind denn noch nötig, dass das Fehlen an Transparenz und Partizipation endlich erhört wird? Die Absage des IOC kann man also nur begrüßen, und ich bin mir sicher, dass ich mit dieser Meinung in der Mehrheit bin.

Ersttags- und Sonderkuverts von 1970-72 aus Bonn und München

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